Praktische Hilfen für das Christsein

Christsein ist kein stehender, fester Zustand, sondern ein Unterwegssein zu einem klaren Ziel. Zum Christsein gehört Wachstum, gehört Veränderung, gehört Heilung meiner Person. Und das nicht als einmaliges Erlebnis, sondern immer und immer wieder, als dauernder Zustand des Reifens im Glauben.

Dabei ist die persönliche Beziehung zu Jesus Christus der Dreh- und Angelpunkt. Je enger diese Beziehung ist, desto lebendiger ist mein Leben als Christ, desto mehr kann Jesus an mir handeln und mich verändern.

Da dies aber nicht von selber geschieht, braucht diese Beziehung Pflege. Dazu haben sich in der Arbeit des Marburger Kreises einige Hilfmittel sehr bewährt, die hier kurz vorgestellt werden sollen :

  • Wir lesen nach Möglichkeit täglich in der Bibel, suchen die Nähe Jesu und versuchen, seinen Willen für unser Leben und für diesen Tag zu erfahren. Dabei schreiben wir uns auf, was uns wichtig geworden ist oder wo Fragen offengeblieben sind. Bekannt ist dies unter der Bezeichnung "Stille Zeit".
  • Einsichten, Gedanken und Fragen, die sich dabei ergeben, tauschen wir mit einem anderen Mitarbeiter aus. Dies verbirgt sich hinter dem Begriff "Austausch". Andere Gruppen nennen das "Zweierschaft".
  • Weil wir die Gefahren und die Zerstörung der Sünde erlebt haben, nehmen wir auch das Angebot der Vergebung durch Jesus ernst, und zwar nicht nur einmal für unser ganzes Leben, sondern immer wieder, wenn es erforderlich wird. Hierfür steht der Begriff "Seelsorge".
  • Jeder von uns gehört zu einer örtlichen Mannschaft, deren wöchentliche Treffen er regelmäßig, mit Vorrang gegenüber anderen Terminen, besucht.
  • Auch die Teilnahme oder Mitarbeit auf Tagungen ist eine große Hilfe und wirkt auf die Beziehung zu Jesus oft wie eine "Frischzellenkur" .
  • Und, so ungewohnt es vielleicht klingt, unsere Arbeit finanziell zu unterstützen gehört auch dazu, denn Gott läßt sich nichts schenken und segnet den Geber.

Im Marburger Kreis mitzuarbeiten würde bedeuten, diese "innere Ordnung" nicht nur gut zu finden, sondern auch bereit zu sein, so zu leben. Diese Bereitschaft ist Voraussetzung zur Mitarbeit. Zugleich möchte ich, daß wir uns nicht mißverstehen : Es geht hierbei nicht um die Einhaltung eines Dogmenkataloges. Wer diese Hilfen nur aus Pflichtbewußtsein praktiziert, hat nicht begriffen, daß Gott ihn nicht angestellt hat, sondern liebt. Die genannten Hilfen sind nicht Paragraphen eines Arbeitsvertrages, sondern Wege, um die Beziehung zu Jesus zu pflegen und zu vertiefen, und so das sinnerfüllte Leben zu finden, das Gott für jeden Menschen bereit hat.

Wir sind uns aber auch im Klaren darüber, daß es oft lange dauert, zu begreifen, daß wir zu Gott nicht in einem Arbeitsverhältnis, sondern in einem Liebesverhältnis stehen, in dem wir uns nichts verdienen können und müßen. Dabei zeigt unsere Erfahrung, daß gerade ein klarer und verbindlicher Lebensstil ein guter Weg dorthin ist. Zudem haben wir erlebt, daß derjenige, der diese Dinge nicht ernst nimmt, sein eigenes geistliches Wachstum und auch das seiner Mannschaft gefährdet !